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Zusammenfassung zweiter Interdisziplinärer Fachkongress mit augenfachärztlicher Weiterbildung des SightCity Forum

Am 10.05.23 fand der zweite interdisziplinäre Fachkongress mit augenfachärztlicher Weiterbildung des SightCity Forum Beirats in hybrider Form statt. Moderiert wurde der Fachkongress von Sabine Kampmann und Prof. Dr. Dr. h.c. Norbert Schrage.

Teil 1 des Fachkongresses befasste sich mit der Formulierung von Teilhabezielen für eine „Visio-Reha“. Diese Art von Rehabilitation steht für eine Ergänzung in der Rehabilitation seheingeschränkter und von Blindheit bedrohter Menschen und hat zum Ziel, den rechtlichen Anspruch zur gesellschaftlichen Teilhabe zu sichern.

Bezogen auf Rehabilitation bei Blindheit und Sehbeeinträchtigung ist eine der Schlüsselpositionen zur Wiederherstellung der Mobilität, sozialen und beruflichen Teilhabe neben der Sozialarbeit und beruflichen Beratung auch das Mobilitätstraining. Es muss überlegt werden, ob die derzeitige Stellung von LPF und Mobilitätstraining zusammen mit psychologischen Beratungen zur Lebensgestaltung, Lebensbewältigung und Teilhabestrategie nicht der eigenständige Kern der ophthalmologischen Frührehabilitation sind, welche in einer ambulanten Rehabilitation wohnortnah für Augenpatientinnen und Augenpatienten regelhaft vorkommen sollten. Zum jetzigen Zeitpunkt finden diese Angebote bundesweit nicht statt, da es an Personal, institutioneller Einordnung, Wissen und Aufklärung darüber mangelt. Hier wäre es wünschenswert, wenn nach den ICF Klassifikationen – wie sie in den Niederlanden schon seit Jahren durchgeführt wird – der Bedarf ermittelt wird. Gemeinsam mit den Verantwortlichen aus der Ophthalmologie, den institutionellen Einrichtungen für sehbehinderte und blinde Menschen, der Selbsthilfe und den Kostenträgern sollte mittelfristig ein einheitliches Konzept erstellt werden. Schon jetzt stehen zu wenigen Betroffenen zeitnah Unterstützungsangebote zur Verfügung!

Im 2. Teil des Fachkongresses fand die augenfachärztliche Weiterbildung zur ophthalmologischen Rehabilitation statt.

Die große Anzahl der neu „nachwachsenden“ sehbehinderten und blinden Menschen werden einerseits die Diagnostiker als auch die ärztliche Seite erheblich fordern. Auf der anderen Seite werden die vielen beteiligten Disziplinen durch den Augenarzt/die Augenärztin angesteuert und vermittelt werden müssen. Der Augenarzt/die Augenärztin als Lotse müssen aber das „Gewässer“ genau kennen, um dem Ratsuchenden auch die richtigen Wegweisungen zu geben. Ein besonderes Feld ist die Seelenblindheit, die selten ist aber häufig auf Unverständnis stößt. Auch in dieser speziellen Situation müssen Therapeut*innen adäquate Lösungen finden. Die Augenheilkunde muss zu ihrem rein medizinischen und therapeutischen Vorgehen auch einen neuen Bezug zu ihrer großen sozialmedizinischen Verantwortung und Aufgabe bekommen.

Quellen und weitere Informationen

Den vollständigen Bericht der Veranstaltung gibt es bei:
ACTO e.V.
Karlsburgweg 9
52070 Aachen

www.acto.de

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Statement des Aktionsbündnis-Mitglieds Inclusion AG 

„Barrierefreiheit ist mehr als rollstuhlgerecht und gerade für ältere Menschen mit Sehproblemen wichtig, auch in Hinblick auf Treppensicherheit und Sturzgefahr.“

Inclusion AG