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Teilhabe ermöglichen - auch im Alter, auch mit Sehverlust!
Liebe DBSV-Familie, liebe Interessierte, liebe Mitstreiter,
wie können ältere Menschen mit Behinderung aktiv die Gesellschaft mitgestalten und sich politisch engagieren? Um dieses Thema ging es am 4. November beim Parlamentarischen Abend des DBSV in Berlin. Erfahren Sie mehr in der folgenden Pressemitteilung.
Teilhabe ermöglichen - auch im Alter, auch mit Sehverlust!
Berlin, 5. November 2025.
Politische Passivität, Desinteresse und Politikverdrossenheit sind häufig beklagte Phänomene unserer Zeit. Aber was ist mit Menschen, die sich in politische Prozesse einbringen möchten und dabei auf Barrieren stoßen? Was hindert speziell die vielen älteren Menschen mit Seheinschränkung an einer vollumfänglichen Teilhabe? Mit einer Veranstaltung in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin hat der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) diese Frage in den Fokus gerückt und aufgezeigt, welche Potenziale zur Verbesserung der Situation es gibt.
Schirmherr der Veranstaltung am Dienstagabend war der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, Tino Sorge, MdB. In seiner Begrüßung hob er die Bedeutung der Früherkennung hervor: "Wenn gesundheitliche Einschränkungen frühzeitig erkannt werden, kann der Sehverlust in vielen Fällen gebremst werden. So bleibt gesellschaftliche Teilhabe länger möglich und die Lebensqualität verbessert sich über viele Jahre."
Ehrengast Franz Müntefering, Minister a.D. und ehemaliger Vorsitzender der BAGSO - Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, fokussierte in seinem Impuls den Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes: Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden! In Anerkennung seines langjährigen Engagements für die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen wurde ihm im Anschluss von DBSV-Geschäftsführer Andreas Bethke die Ehrenmedaille des DBSV überreicht.
Univ.-Prof. Dr. Dr. med. Robert P. Finger, Direktor der Augenklinik, Universitätsmedizin Mannheim wies in seinem Kurzvortrag auf den steigenden Bedarf an ophthalmologischen Leistungen zur Prävention und Versorgung hin.
Die Rehabilitation bei Sehbeeinträchtigung im Alter war das Thema von apl. Prof. Dr. Sabine Lauber-Pohle vom Institut für Erziehungswissenschaft an der Philipps-Universität Marburg. Der DBSV engagiert sich seit vielen Jahre für eine Grundrehabilitation bei Sehverlust. "Zu lernen, wie man im Alltag mit einer Seheinschränkung zurechtkommt, ist natürlich die Voraussetzung, um sich politisch engagieren zu können.
Augenerkrankungen und die Situation von Menschen mit Sehverlust haben derzeit weder im Gesundheitswesen noch gesamtgesellschaftlich den Stellenwert, den sie haben sollten", betonte Andreas Bethke.
Margit Hankewitz aus dem Vorstand der BAGSO forderte in ihrem Beitrag Strukturen, die ein gutes Leben in jedem Alter ermöglichen. Sie hob hervor, dass Menschen, die aus welchen Gründen auch immer diese Strukturen nicht in Anspruch nehmen könnten, dabei unterstützt werden müssten, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Dies müsse zu einer sozialstaatlichen, kommunalen Pflichtaufgabe werden, damit das bisher Erreichte nicht Kürzungen und Sparmaßnahmen zum Opfer falle. DBSV und BAGSO haben 2014 gemeinsam das Aktionsbündnis "Sehen im Alter" (www.sehenimalter.org) gegründet. Die Initiative richtet sich an Fachkreise und konzentriert sich auf die politische und gesellschaftliche Arbeit für Menschen, die von Sehverlust im Alter bedroht oder betroffen sind.
DBSV-Projekt "Partizipation älterer Menschen mit Behinderungen stärken"
Das Projekt wurde 2023 gestartet und hat sich zum Ziel gesetzt, die Teilhabe nach Sehverlust stärker ins politische Blickfeld zu rücken und Impulse für Früherkennung und nachhaltige Rehabilitation zu setzen. Es wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert und ist eng mit dem Aktionsbündnis "Sehen im Alter" verbunden. Weitere Informationen unter ww.sehenimalter.org/teilhabe-ermoeglichen
Bilddokumentation der parlamentarischen Veranstaltung vom 4. November 2025
Andreas Bethke, Geschäftsführer des DBSV e. V. begrüßt Tino Sorge, den Schirmherrn der Veranstaltung - Tino Sorge, CDU, ist Mitglied des Deutschen Bundestages und seit 2025 Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Gesundheit
Andreas Bethke (DBSV) und Tino Sorge im Gespräch vor der Veranstaltung
Tino Sorge und Andreas Bethke nach der Begrüßung bei einem kurzen Austausch zum Kennenlernen, bevor beide den Parlamentarischen Abend eröffnen.
Blick in die Runde vor Beginn der Impuls-Vorträge mit anschließender Diskussion
Zur Begrüßung spricht Andreas Bethke / Geschäftsführer des DBSV e. V. einleitende Worte
Professor Robert Finger, Augenklinik Mannheim, im Dialog mit Professor Norbert Schrage, Augenklinik Köln-Merheim
Vor der Veranstaltung tauschen sich Professor Finger und Professor Schrage aus
Angeregte Unterhaltung
Christiane Möller Justiziarin, stellv. Geschäftsführerin DBSV im Gespräch mit Margit Hankewitz Mitglied im BAGSO-Vorstand und Vorsitzende des Sozialwerk Berlin e.V. - mit in der Runde sind Peter Stawenow, Sozialwerk Berlin und Markus Georg
Andreas Bethke, DBSV im Dialog mit Frau Professor Sabine Lauber-Pohle
Andreas Bethke und Frau Professor Lauber-Pohle vor der Veranstaltung im Austausch
Christiane Möller und Frau Professor Lauber-Pohle
Tino Sorge hat das Wort und begrüßt seinerseits alle anwesenden Gäste
Nach dem Vorwort von Franz Müntefering hat Tino Sorge als Schirmherr und Parlamentarier das Wort
Einleitende Worte von Franz Müntefering, dem Ehrengast des Abends
Franz Müntefering hat gerade das Wort, links neben ihm sitzen Tino Sorge und Andreas Bethke, rechts sitzt Herr Dusel
Impulsvortrag von apl. Prof. Dr. habil. Sabine Lauber-Pohle
apl. Prof. Dr. habil. Sabine Lauber-Pohle vom Institut für
Erziehungswissenschaft, Philipps-Universität Marburg bei ihrem Impulsvortag „Rehabilitation bei Sehbeeinträchtigung im
Alter – Versorgungslücken kennen, Lösungen gestalten“
Impulsvortrag von Professor Robert Finger, Uniklinik Mannheim
Professor Robert Finger an der Stirnseite sitzend hält seinen Vortrag zum Thema: Augenerkrankungen und Sehverlust: Steigender Versorgungs-und Präventionsbedarf
Den Vorträgen und Diskussionen folgend
nebeneinander sitzend von links nach rechts: Christiane Möller DBSV, Aydan Özoğuz, MdB, Margaret Reinhardt Fokusgruppe, Sabine Backmund Fokusgruppe, Ursula Kleinert Fokusgruppe
angeregte Gespräche während des Essens, im Bild Emanuel Stadler, Mitglied der Fokusgruppe
groß im Bild Emanuel Stadler, ihm folgend Andrea Buchholz DBSV, Katharina Fenderl, Begleitung von Herrn Dusel, Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Franz Müntefering, Andreas Bethke
Zwei Mitglieder der Fokusgruppe
Roswitha Röding (blind) und Christel Pildner (sehbehindert) gaben zum Thema „Was erhält mich mobil und unabhängig?“ Einblicke in ihre Alltagssituationen.
Interview
Beatrix Seeliger hat das Wort und ist im Gespräch mit Christel Pildner uns Roswitha Röding zum Thema: persönliche Erfahrungen zur Barrierefreiheit im Alltag
Vortrag Margit Hankewitz
Blick auf Margit Hankewitz während ihrer Ausführungen, rechts neben ihr Beatrix Seeliger, Koordinatorin Sehen im Alter und Projektleitung, links Peter Stawenow
Dreiergespräch
reger Austausch zwischen Christiane Möller, DBSV, Franz Müntefering und Jürgen Dusel
Ehrung von Franz Müntefering
Anlässlich seiner Verdienste und seines großen Engagements für blinde und sehbehinderte Menschen hält Andreas Bethke eine Laudatio und spricht ihm großen Dank des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e. V. aus
Übergabe der Ehrenmedaille des DBSV in Gold
Nachfolgend überreicht Andreas Bethke die Ehrenmedaille des DBSV in Gold an Franz Müntefering.
Verleihung der Ehrenurkunde des DBSV
Andreas Bethke übergibt Franz Müntefering die Ehrenurkunde des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e. V.
Statement des Aktionsbündnis-Mitglieds Sabine Backmund
Projektleitung Initiative SiA, BSV Württemberg e.V.
„Wir brauchen regionale Bündnisse zum Erhalt der Aktivität und der gesellschaftlichen Teilhabe Betroffener bei selbstbestimmter Lebensweise zu Hause.“
Sabine Backmund
Projektleitung Initiative SiA, BSV Württemberg e.V.