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Luftverschmutzung lässt die Sehkraft schwinden

Die Luft­ver­schmut­zung als ein vermeidbarer Risikofaktor, spielt eine wichtige Rolle für diese Augen­krank­heiten, wie eine Studie zeigt. Besonders schädlich ist demnach Feinstaub, wie er unter anderem durch Abgase aus Fahrzeugen und Industrie freigesetzt wird.

In fast allen Teilen der Welt liegt die Luft­ver­schmut­zung weit über den von der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion WHO festgelegten Grenzwerten und sorgt für Millionen zusätzliche Todesfälle. Als besonders schädlich gilt Feinstaub mit einer Par­ti­kel­größe unterhalb von 2,5 Mikrometern (PM2.5). Bereits frühere Studien haben gezeigt, dass die winzigen Teilchen tief in die Lunge eindringen, Atemwege und Herz schädigen und bei Schwangeren sogar bis in die Plazenta gelangen.

Augen­erkrankungen im Fokus

„Die Auswirkungen der Luft­ver­schmut­zung auf die Augen wurden bisher jedoch weitaus weniger untersucht und die vorhandenen Erkenntnisse waren uneinheitlich“, erklärt Ahmed Alnabihi vom King Khaled Eye Specialist Hospital and Research Center in Riad in Saudi-Arabien. Gemeinsam mit seinem Team hat er nun 41 Studien ausgewertet, die anhand der Daten von Millionen Menschen in Ostasien und Groß­bri­tan­nien die Zusam­men­hänge zwischen Luft­ver­schmut­zung und Augen­krank­heiten untersucht haben.

Dabei erfassten die Forschenden die Auswirkungen verschiedener Arten von Luft­ver­schmut­zung, darunter Feinstaub mit Par­ti­kel­größen bis 2,5 Mikrometer und bis 10 Mikrometer, Stick­stoff­di­oxid, Schwe­fel­di­oxid, Ozon und Kohlenmonoxid. Die jeweiligen Kon­zen­tra­ti­o­nen dieser Schadstoffe verglichen sie mit der Anzahl an Menschen, die an Augen­erkrankungen wie Grünem Star (Glaukom), Grauem Star (Katarakt) oder alters­be­ding­ter Makula­degeneration litten.

„Jeden Tag sehen wir Patienten, die aufgrund von Erkrankungen wie Glaukom und Katarakt ihr Sehvermögen verlieren“, sagt Alnabihi. „Diese Krankheiten werden als ‚altersbedingt‘ bezeichnet, als ob das Altern der einzige Verursacher wäre, doch das erschien mir immer unvoll­stän­dig. Wenn ein Umweltfaktor diese Erkrankungen beschleunigt, verändert das unsere Sichtweise und legt nahe, dass wir Maßnahmen ergreifen könnten, um die Risiken zu verringern.“

Nicht nur altersbedingt

Tatsächlich stellten die Forschenden fest, dass die Luft­ver­schmut­zung das Risiko für Grünen und Grauen Star deutlich erhöht. Menschen, die in den Gebieten mit der stärksten Luft­ver­schmut­zung lebten, hatten im Vergleich zu denen in den am wenigsten verschmutzten Gebieten ein um bis zu 70 Prozent höheres Risiko, einen Grünen Star zu entwickeln. Auch das Risiko für einen Grauen Star stieg mit zunehmender Schad­s­toff­be­las­tung an. Bei der alters­be­ding­ten Makula­degeneration waren die Ergebnisse hingegen weniger eindeutig.

„Das deutlichste Ergebnis betraf Feinstaub – die winzigen Partikel in Rauch, Fahr­zeu­g­ab­gasen und Indus­trie­emis­si­o­nen, die klein genug sind, um tief in den Körper einzudringen“, berichtet Alnabihi. Für andere Luft­schad­s­toffe wie Stickoxide zeigten sich dagegen geringere oder nicht eindeutige Zusam­men­hänge.

Wie Feinstaub die Augen schädigt

„Es wird angenommen, dass Feinstaub Entzündungen und oxidativen Stress im Körper verursacht“, erklärt Anhabihi. „Bei jahrelanger Belastung können diese Effekte den Sehnerv schädigen, was für den Grünen Star relevant ist, oder die Augenlinse, was für den Grauen Star relevant ist.“ Da das Auge direkt der Umwelt ausgesetzt ist, ist es besonders anfällig. „Die Augen­o­ber­flä­che – der Tränenfilm, die Bindehaut und die Hornhaut – hat im Gegensatz zu vielen anderen Organen keine Barriere zur Außenluft“, sagt Anhabihi. „Dadurch ist es biologisch plausibel, dass die Luft­ver­schmut­zung hier besonders schädigend wirken kann.“

Aus Sicht der Forschenden liefern ihre Ergebnisse ein zusätzliches Argument für strengere Standards für die Luftqualität. „Bislang wurden alle wichtigen Maßnahmen zur Luft­rein­hal­tung in erster Linie mit der Herz-Kreislauf- und Lun­gen­ge­sund­heit begründet“, erklären sie. „Unsere Studie bringt ein neues Organsystem in diese Debatte ein. Politiker, die Investitionen in Emis­si­ons­kon­trol­len rechtfertigen müssen, haben nun einen weiteren evi­denz­ba­sier­ten Grund dafür – und zwar einen, der unser Sehvermögen betrifft, einen Sinn, dessen Verlust die Menschen besonders fürchten.“

Quelle: wissenschaft.de

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Statement des Aktionsbündnis-Mitglieds Inclusion AG 

„Barrierefreiheit ist mehr als rollstuhlgerecht und gerade für ältere Menschen mit Sehproblemen wichtig, auch in Hinblick auf Treppensicherheit und Sturzgefahr.“

Inclusion AG