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DBSV-Verbandstag positioniert sich zu Taubblindheit, Reha, Sozialstaatsreform und KI
Im Folgenden werden Ihnen kurz die Beschlüsse des Verbandstages vorgestellt, was sie im Einzelnen bedeuten und was der DBSV fordert. Einleitend erhalten Sie zu den Resolutionen und der Entschließung eine kurze inhaltliche Zusammenfassung und am jeweilgen Textende können Sie unter dem beigefügten Link weitere Informationen erhalten.
Resolution „10 Jahre Merkzeichen taubblind – Jetzt echte Teilhabe möglich machen!“
Vor zehn Jahren wurde mit dem Merkzeichen TBl im Schwerbehindertenausweis eine Grundlage geschaffen, um Taubblindheit als eine gravierende Behinderung eigener Art anzuerkennen. Der Verbandstag des DBSV fordert Bund, Länder und Kommunen auf, nun endlich auch die Unterstützung taubblinder Menschen auf eine stabile Grundlage zu stellen. Akuter Handlungsbedarf besteht in den Bereichen Assistenz, Hilfsmittelversorgung, Taubblindengeld und Bildungsangebote.
Resolution „Bedarfsgerechte Rehabilitation für blinde und sehbehinderte Menschen verbessern!“
Ohne Reha keine selbstbestimmte Lebensführung und keine gesellschaftliche Teilhabe, stattdessen drohen Folgeerkrankungen, Pflegebedürftigkeit und damit verbunden auch unnötige Kosten für das Gesundheits- und Sozialsystem. Trotz eines bestehenden Rechtsanspruchs auf bedarfsgerechte Rehabilitationsleistungen gibt es für blinde und sehbehinderte Menschen erhebliche Versorgungslücken. Der Verbandstag des DBSV fordert deshalb unter anderem den Aufbau eines bundesweit verfügbaren Angebots an medizinischer Rehabilitation bei und nach Sehverlust, einen Bachelor-Studiengang für Rehabilitationsfachkräfte und den Abbau von Zugangshürden zu allen indikationsspezifischen Rehaleistungen.
Bedarfsgerechte Rehabilitation für blinde und sehbehinderte Menschen verbessern!
Resolution „Sozialstaatsreform mit Weitsicht – Teilhabe sichern, Solidarität stärken!“
Krankenversicherung, Pflege, Eingliederungshilfe … An allen Ecken und Enden unseres Sozialstaats wird derzeit über Reformen diskutiert. Der DBSV vermisst eine übergreifende Strategie, denn derzeit wird nicht berücksichtigt, dass behinderte Menschen von allen geplanten Leistungskürzungen in besonderem Maße betroffen wären. Zudem nimmt der Verband mit großer Sorge wahr, dass Menschen mit Behinderungen zunehmend als Belastung für die Gesellschaft dargestellt werden. Der Verbandstag des DBSV fordert deshalb unter anderem, die Finanzierungsstrukturen zu fokussieren, Bürokratie abzubauen und auf weitsichtige Reformen statt auf kurzfristige Einsparungen zu setzen.
Sozialstaatsreform mit Weitsicht – Teilhabe sichern, Solidarität stärken!
Entschließung „KI muss barrierefrei und inklusiv werden“
KI schafft neue technische Möglichkeiten und eröffnet auch für blinde und sehbehinderte Menschen neue Chancen – von der Mobilität über den Beruf bis zur Haushaltsführung. Parallel wachsen mögliche Risiken. Dazu zählen die mangelnde Verlässlichkeit von KI-generierten Informationen, die Verstärkung bestehender Vorurteile durch KI-Systeme sowie der unzureichende Schutz sensibler Daten bei deren Nutzung. Der Verbandstag des DBSV fordert Politik und Industrie deshalb auf, Barrierefreiheit, Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe zu zentralen Leitprinzipien bei der Entwicklung und Einführung von KI-Systemen zu machen.
Entschließung „KI muss barrierefrei und inklusiv werden“
Quelle und Pressekontakt:
Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)
Volker Lenk
Pressesprecher
Telefon: 0163 486 30 34
E-Mail: v.lenk@dbsv.org
Statement des Aktionsbündnis-Mitglieds Sabine Backmund
Projektleitung Initiative SiA, BSV Württemberg e.V.
„Wir brauchen regionale Bündnisse zum Erhalt der Aktivität und der gesellschaftlichen Teilhabe Betroffener bei selbstbestimmter Lebensweise zu Hause.“
Sabine Backmund
Projektleitung Initiative SiA, BSV Württemberg e.V.