Schnittstelle Sehen und Pflege

Prädikat „für sehgeschädigte Menschen geeignet“

Das Prädikat „Besonders für sehgeschädigte Menschen geeignet“ wird vom SFZ Förderzentrum gGmbH an Einrichtungen verliehen, die sich durch eine besondere Ausstattung und spezielle Schulungen des Personals auszeichnen.

Barrierefreiheit im Sinne eines „Design für alle“ bedeutet die uneingeschränkte Nutzbarkeit von Gebäuden, Verkehrsräumen und Informationen für  Rollstuhlfahrer, Sinnesbehinderte, mobilitätseingeschränkte Personen. Diese Barrierefreiheit kommt allen Menschen zugute.

Anhand des Prädikates „Besonders für sehgeschädigte Menschen geeignet“ sollen sich potentielle blinde und sehbehinderte Nutzer von Einrichtungen auf die zu erwartenden Bedingungen und Möglichkeiten einstellen können. Somit werden ihnen eine gleichberechtigte, barrierefreie Teilhabe und eine selbstbestimmte Lebensführung in der Gesellschaft ermöglicht.

Die  Begutachtung und Einschätzung hinsichtlich der Blinden- und Sehbehinderten-Freundlichkeit bezieht sich ausschließlich auf die individuellen Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen. 

Das Prädikat „Besonders für sehgeschädigte Menschen geeignet“ wird vom SFZ Förderzentrum gGmbH an Einrichtungen verliehen, die sich durch eine besondere Ausstattung und spezielle Schulungen des Personals auszeichnen. Hierbei halten wir uns an Richtlinien zur barrierefreien Gestaltung für Blinde und Sehbehinderte des DBSV und überprüfen die Umsetzung von Festlegungen aus DIN Normen.
Die Verleihung des Prädikates „Besonders für sehgeschädigte Menschen geeignet“ wird an der Erfüllung nachfolgender Kriterien gemessen.

Anhand einer durch das SFZ entworfenen Checkliste wird die Einrichtung von speziell geschultem Personal begutachtet und ihr ein Analyse- und Handlungsempfehlungsbericht vorgelegt.

Nach Schulung der Mitarbeiter und vorgenommenen ersten Änderungen wird der Einrichtung das Prädikat „Besonders geeignet für sehgeschädigte Menschen“ verliehen.

Dieses besitzt eine begrenzte Gültigkeit. Mit der Urkunde erhält die Einrichtung eine Bescheinigung, aus der hervorgeht, welche Änderungen vorgenommen wurden und welche eventuellen Auflagen bestehen.
Nach Ablauf der Gültigkeitsdauer erfolgt nach erneuter Begutachtung die Übergabe eines Folgeprädikates, welches sich an o. g. Kriterien, der Erfüllung der Auflagen, sowie dem Schulungsstand des Personals orientiert.

Zertifizierungsmodell
Prädikat „Besonders für sehgeschädigte Menschen geeignet“

  1. Beauftragung zur Zertifizierung und Zielvereinbarung
  2. Begutachtung der Einrichtung anhand einer Checkliste zur Einschätzung der Blinden- und Sehbehindertenfreundlichkeit von Gebäuden und Einrichtungen durch geschultes Fachpersonal SFZ
  3. Erarbeitung  eines Analyse- und Handlungsempfehlungsberichtes für den Auftraggeber durch SFZ
  4. Auftraggeber prüft Hinweise und nimmt Änderungen entsprechend Handlungsempfehlung vor
  5. Sensibilisierungsfortbildung für  alle Mitarbeiter  (1Zeitstunde)
  6. Abschlussbegutachtung anhand Checkliste
  7. Erstellen eines  Ergebnisprotokolls für Auftraggeber
  8. Eventuell werden weitere  Änderungen  geprüft oder umgesetzt
  9. Grundschulung für ausgewählte Mitarbeiter (2x3 Zeitstunden = 8 Unterrichtsstunden)
  10. Übergabe des Prädikates an Auftraggeber
  11. Folgeprädikat inklusive Begutachtung und Ergebnisprotokoll

Das Prädikat wird der Einrichtung nach Durchführung der Grundschulung und vorgenommenen Änderungen überreicht. Es  ist 2 Jahre gültig.

Die Teilnehmer der Schulungen erhalten eine Teilnahmebestätigung. Der Auftraggeber erhält mit der Urkunde eine Bescheinigung, welche Änderungen vorgenommen wurden und erhält eventuell notwendige Auflagen.

Das Folgeprädikat wird nach Ablauf der Gültigkeit bei Erfüllung der Auflagen vergeben. Der Auftraggeber muss weiterhin nachweisen, dass 30 % seiner Mitarbeiter an speziellen Schulungen im Bereich Blind/ Sehbehindert teilgenommen haben.

Aufbauschulungen bzw. weitere Grundschulungen  für neue Mitarbeiter  können vereinbart werden.

Kriterien zum Prädikat „Besonders geeignet für sehgeschädigte Menschen“

Erreichbarkeit und räumliche Gestaltung des Umfeldes
  • Einrichtung ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und verfügt über Parkplätze vor dem Haus
  • Akustische Signale an Ampelkreuzungen und taktile Bodenelemente erleichtern die Orientierung im Umfeld der Einrichtung
Gestaltung und Absicherung von Treppen und Türen
  • Mindestens die erste und letzte Stufe einer Treppe ist  kontrastreich markiert
  • gerader Verlauf von Treppe und Geländer
  • die Bodenstruktur am Beginn und Ende einer Treppe ist optisch und taktil zur Treppe und Bodenbelag kontrastreich gestaltet
  • Handläufe deutlich farblich kontrastierend zur Wandfläche
  • Handläufe über das Treppenende hinaus führen
  • Informationen an Handläufen mit taktil erfassbaren Informationen ausgestattet
  • Glastüren sind deutlich kontrastierend zur Umgebung gekennzeichnet
  • Türen/ Türrahmen sind kontrastreich gestaltet
Farbgestaltung, Kontraste
  • Leuchtdichtekontrasten, d.h. Hell/Dunkel-Kontraste und Farbkontraste erleichtern die Orientierung und das Auffinden wichtiger Punkte
  • Optische und taktile Kontraste bzw. Elemente erleichtern die Orientierung und selbständige Fortbewegung
Beleuchtung
  • Im Eingangsbereich und auf Fluren  hell und blendfrei
  • In den Zimmern dimmbar, separate Lampen für visuelle Tätigkeiten
  • Blendschutz bei speziellem Bedarf
Markierungen, Informationen
  • Informationstafeln in ausreichendem Kontrast und entsprechender Schriftgröße
  • Aufzug verfügt über Sprachausgabe sowie  taktil und optisch kontrastreiche Bedienelemente
  • Türschilder an Zimmern und speziellen Räumen in ausreichende Schriftgröße, Informationen liegen in Relief- oder Punktschrift  vor
  • einfacher, taktiler Übersichtsplan von Zimmern oder Gebäude bei Bedarf
  • Speiseplan und allgemeine Informationen in Großdruck oder Punktschrift
  • Vergrößernde  Hilfsmittel werden bei Bedarf bereitgestellt 
Schulungen des Personals
  • alle Mitarbeiter kennen die Hilfsangebote der  barrierefreien Gestaltung  für blinde und sehbehinderte  Menschen in ihrem Hause
  • ausgewählte Mitarbeiter aus allen Bereichen haben an der Grundschulung Sehbehinderung und Blindheit teilgenommen. Sie kennen Hilfsmittel und Möglichkeiten  im Alltag mit blinden und sehbehinderten Menschen, um Aktivität und Teilhabe zu sichern.

Kontakt

SFZ Förderzentrum gGmbH
Flemmingstraße 8c
09116 Chemnitz
Tel.: + 49 (0) 371 3344-0
Fax: + 49 (0) 371 3344-350

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